Medikamentenmangel – Nationaler Rat der Regionen und Bezirke (CNRD) befasst sich mit dem Thema
Der Nationale Rat der Regionen und Bezirke (CNRD) hat sich am Dienstag mit dem heiklen Thema des Medikamentenmangels in Tunesien befasst. Die Frage stand im Mittelpunkt einer Sitzung der Kommission für Dienstleistungen und soziale Entwicklung vor dem Hintergrund wiederkehrender Lieferengpässe, insbesondere bei Medikamenten zur Behandlung chronischer Krankheiten und Krebserkrankungen.
Während dieser Sitzung waren sich die Mitglieder der Kommission einig, dass es notwendig sei, über den theoretischen Rahmen hinauszugehen und die Situation vor Ort zu überprüfen. Es sind Besuche in mehreren Gesundheitseinrichtungen geplant, insbesondere in den Regionen im Landesinneren, um die Ursachen für den Mangel genau zu ermitteln.
Die Abgeordneten betonten, dass das Problem nicht nur auf einen einfachen Versorgungsengpass beschränkt sei, sondern dass es mit strukturellen Mängeln bei der Verwaltung, Planung und Verteilung von Medikamenten zusammenhängen könnte.
Vertrieb und Schmuggel im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit
Die Debatten machten die Anfälligkeit der Vertriebskanäle und die Notwendigkeit einer Verstärkung der Kontrollmechanismen deutlich. Mehrere Redner betonten, dass die schlechte Organisation des Vertriebsnetzes in Verbindung mit dem anhaltenden Schmuggel von Medikamenten die Situation verschlimmert und vielen Patienten lebenswichtige Behandlungen vorenthält.
Der Ausschuss forderte eine Intensivierung des Kampfes gegen Parallelvertriebskanäle, deren Auswirkungen als besonders schädlich für die Glaubwürdigkeit des öffentlichen Gesundheitssystems und die Sicherheit der Patienten angesehen werden.
Die Arzneimittelhersteller im Visier
Die Parlamentarier stellten auch Fragen zum Rückgang der nationalen Produktion bestimmter Arzneimittel. Sie verwiesen auf die Schwierigkeiten, mit denen mehrere Pharmaunternehmen zu kämpfen haben, sei es in organisatorischer, finanzieller oder logistischer Hinsicht. Dieser Rückgang der industriellen Leistungsfähigkeit wird als einer der Hauptgründe für die wiederholten Lieferengpässe bei bestimmten Produkten angesehen, darunter auch solchen, die als lebenswichtig gelten.
Die Zentralapotheke soll eine stärkere Rolle spielen
Angesichts dieser Situation betonte der Ausschuss die Notwendigkeit, die Rolle der Zentralapotheke neu zu beleben und die Gesamteffizienz des Versorgungssystems zu verbessern. Das erklärte Ziel ist es, eine regelmäßige und gerechte Versorgung der Gesundheitseinrichtungen in allen Regionen des Landes in ausreichenden Mengen und innerhalb kontrollierter Fristen zu gewährleisten.
Die Abgeordneten sind der Ansicht, dass ohne eine tiefgreifende Reform der Lieferkette die Spannungen auf dem Arzneimittelmarkt wahrscheinlich anhalten werden.
Dieser Artikel ist im Original in französischer Sprache bei Webdo.tn erschienen.

