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Gesundheit

Apothekerverband (SPOT) stellt Direktabrechnung mit der CNAM ein

Seit heute setzt die SPOT ihre Entscheidung um, das System der Direktabrechnung für Versicherte der CNAM auszusetzen. Seit dem 8. Dezember werden Apotheken bis auf Weiteres keine Medikamente mehr im Rahmen der Direktabrechnung ausgeben. Diese radikale Maßnahme erfolgt nach der Anhäufung von Schulden der CNAM gegenüber Apotheken, dem Fehlen klarer vertraglicher Garantien nach den Verhandlungen sowie einer tiefen Finanzkrise in der gesamten Pharmazeutischen Kette – vom Großhandel bis zu den Apotheken.

Der Apothekerverband begründet ihre Entscheidung wie folgt:

  • Die Nichtbegleichung der Forderungen der CNAM gegenüber den Apothekern, wodurch die finanzielle Lebensfähigkeit der Apotheken gefährdet ist.
  • Das Fehlen einer „klaren Vision” oder einer „offiziellen Verpflichtung” als Ergebnis der Verhandlungen, wodurch die Fortführung der Vereinbarung zwischen Apothekern und CNAM ungewiss ist.
  • Eine allgemeine Verschlechterung der Arzneimittelversorgungskette, da Großhändler und Lieferanten selbst in Schwierigkeiten sind, was die gesamte Arzneimittelversorgung gefährdet.
  • Der Verband fordert insbesondere eine Klärung des rechtlichen Rahmens für Apotheken, dringende Maßnahmen zur Stabilisierung der Versorgung und eine Sonderfinanzierung der CNAM durch das künftige Finanzgesetz 2026.

Was sich für die Versicherten ab heute ändert
Die Versicherten der CNAM müssen künftig die gesamten Kosten für Medikamente in der Apotheke selbst tragen – die Kostenübernahme durch Dritte wird bis zu einer neuen Vereinbarung ausgesetzt. Die Erstattungen werden, sofern sie beibehalten werden, aufgeschoben oder einem anderen Mechanismus unterworfen, solange die Schulden der CNAM nicht beglichen sind. Diese Situation könnte den Zugang zur Gesundheitsversorgung für viele Bürger erschweren, insbesondere für die am stärksten gefährdeten, chronisch kranken oder in ländlichen oder benachteiligten Gebieten lebenden Menschen.

Auswirkungen auf das Arzneimittelsystem
SPOT warnt davor, dass bei einer Fortdauer dieser Situation eine Reihe von Apotheken – insbesondere im Landesinneren – ihre Tätigkeit einstellen könnten, was den Zugang zu Medikamenten gefährden würde. Die Unterbrechung der Direktabrechnung könnte zu einer schweren Krise beim Zugang zur medizinischen Grundversorgung führen, die sozialen Ungleichheiten verschärfen und das öffentliche Gesundheitssystem weiter schwächen.

Die SPOT fordert deshalb ein dringendes Eingreifen der Behörden, um die Schulden der CNAM gegenüber den Apotheken rasch zu begleichen, den rechtlichen Rahmen für private Apotheken zu klären, eine außerordentliche finanzielle Unterstützung einzurichten, um die Kontinuität der Arzneimittelversorgung zu gewährleisten, und das Recht der Bürger auf Zugang zu lebenswichtigen Behandlungen zu garantieren.

Die Apotheker erklären sich bereit, den Direktabrechnungsdienst wieder aufzunehmen, sobald finanzielle und rechtliche Garantien gegeben sind. Ohne eine schnelle Lösung droht dem Land jedoch eine Krise großen Ausmaßes.

Foto: Symbolfoto Apotheke

Dieser Artikel ist im Original in französischer Sprache bei Webdo.tn erschienen.