Autobahn A2 Tunis-Jelma: Arbeitssitzung zu Straßenbau- und Bahnprojekten in Kasserine
Im Jahr 2027 soll mit der Autobahn A2 Tunis–Jelma ein neuer Verkehrskorridor für den mittleren Westen in Betrieb genommen werden. Zu verschiedenen Straßenbau- und Bahnprojekten hat am Dienstag, 17. März 2026, eine Arbeitssitzung im Gouvernorat Kasserine stattgefunden, an dem Vertreter des dritten und vierten Bezirks in Anwesenheit des Regionaldirektors für Infrastruktur und eines Vertreters der Nationalen Tunesischen Eisenbahngesellschaft (SNCFT) teilgenommen haben.
Laut Frau Bekaïri bestand das Hauptziel dieses Treffens darin, die Koordination zwischen den Bezirken zu stärken und einen Entwicklungsansatz zu fördern, der über die Verwaltungsgrenzen hinausgeht, um die Integration der Infrastruktur und die Umsetzung von Strukturprojekten in allen Regionen voranzutreiben.
Große Straßenbauprojekte
Unter den besprochenen Projekten stand die 186 Kilometer lange Autobahn Tunis–Jelma im Mittelpunkt der Diskussionen. Diese Autobahn, die die Hauptstadt mit den Regionen im mittleren Westen verbinden soll, soll bis 2027 in Betrieb genommen werden.
Es handelt sich um die Abschnitte:
- Tunis-Zaghouan: 26 km
- Zaghouan-El Fahs: 7 km
- El Fahs-Ennadhour: 27 km
- Ennadhour-Sbikha: 27 km
- Sbikha-Kairouan: 29 km
- Kairouan-Haffouz: 29 km
- Haffouz-Oued Zroud: 21 km
- Oued Zroud-Jelma: 18 km
Siehe auch: Autobahn A2 Tunis-Jelma: Details zu einem der größten Straßenbauprojekte des Landes
Die Teilnehmer sprachen zudem über das Projekt einer großen Umgehungsstraße in Kasserine, die das Institut supérieur des études technologiques mit der Cité Ezzouhour verbinden soll und zur Entlastung des Stadtverkehrs beitragen dürfte. Ein weiteres Projekt betrifft den Bau einer Brücke über den Wadi Bouhia in Fériana an der Nationalstraße Nr. 15, dessen Planungen bereits weit fortgeschritten sind.
Der Wirtschaftskorridor entlang der Nationalstraße Nr. 15, der Talabet mit Majel Bel Abbès bis zum tunesisch-algerischen Grenzübergang Bouchabka verbindet, wurde ebenfalls vorgestellt, da er eine strategische Rolle für die Entwicklung des Handels mit Algerien spielt.
Gleichzeitig schreitet das Projekt zum Ausbau der Nationalstraße Nr. 13, die Kasserine über Sidi Bouzid mit Sfax verbindet, voran und wartet auf den Abschluss der Finanzierungsverfahren. Auch die Fertigstellung der Umgehungsstraße von Kasserine und deren Anbindung an diese Nationalstraße kommen auf administrativer Ebene voran.
Eisenbahnprojekte
Auch der Eisenbahnsektor wurde angesprochen. Die Linie Nr. 6, die Tunis mit Kasserine verbindet, befindet sich noch in der Planungs- und Grundstücksbeschaffungsphase, während die Studien für die Linie Nr. 11, die Kalaa Sghira über Kairouan mit Kasserine verbindet, abgeschlossen sind und bei der Ausarbeitung der Leistungsbeschreibung für den ersten Abschnitt deutliche Fortschritte erzielt wurden.
Die Arbeiten zur Sanierung und zum zweigleisigen Ausbau der Linie Nr. 22, die Bab Jedid über Moknine mit Mahdia verbindet, werden ebenfalls in Richtung des Tourismusgebiets fortgesetzt.
Frau Bekaïri betonte, wie wichtig es sei, das Tempo bei der Umsetzung dieser Projekte zu beschleunigen und administrative sowie technische Hindernisse zu beseitigen, um die Binnenregionen besser anzubinden und eine gerechte und inklusive Entwicklung zu fördern.
Das tunesische Autobahnnetz umfasst derzeit rund 750 km. Davon entfallen 571 km auf die Autobahn A1, die Tunis mit Ras Jedir verbindet und durch die Wirtschaftszentren Sousse, Sfax, Gabès und Médenine führt. Letztendlich soll die Gesamtlänge des Autobahnnetzes bis 2035 auf 1323 km anwachsen, wodurch die Wettbewerbsfähigkeit des Landes gestärkt und ein reibungsloser Wirtschaftsaustausch ermöglicht wird.
Bereits seit dem Juli 2019 fanden auf der Trasse der künftigen Autobahn Tunis-Jelma vorbereitenden Baumaßnahmen, wie der Abriss von Gebäuden und die Rodung von Grundstücken, statt. Dabei wurde auch ein antiker Bauernhof auf der künftigen Trasse entdeckt. Die Bauarbeiten waren durch den Präsidenten der Republik im Jahr 2023 gestartet worden.
Quelle: La Presse

