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Straße

Tunesien: Autobahnen und Nationalstraßen – 2026, das Jahr der Großprojekte

Tunesien leitet 2026 eine bedeutende Wende bei den Straßeninvestitionen ein, mit einem Gesamtvolumen von 6,8 Milliarden Milliarden Dinar für Straßen und Brücken, laut den Erklärungen des Ministers für Ausrüstung und Wohnungsbau, Salah Zouari, vor dem Nationalen Rat der Regionen und Distrikte. Das Jahr der Großprojekte verspricht entscheidend zu werden, um die Infrastrukturen in einen echten Motor für wirtschaftliches Wachstum und territoriale Kohäsion zu verwandeln.

Im laufenden Jahr werden 16 neue Projekte mit Kosten von 2,8 Milliarden Dinar gestartet, parallel zu 80 bereits laufenden nationalen Projekten mit einem Volumen von 4,2 Milliarden Dinar. Hinzu kommen für 2026 geplante Investitionsmittel in Höhe von 1.244,850 Millionen Dinar.

Wachstum ankurbeln
Für die Regierung geht es um mehr als nur die Modernisierung des Netzes: Es gilt, das Wachstum zu stimulieren, die Attraktivität der Regionen zu stärken, die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen zu verbessern und territoriale Ungleichheiten zu verringern. Die Straßeninfrastruktur wird als zentrales Instrument wirtschaftlicher Integration dargestellt, das den Zugang zu Beschäftigung, öffentlichen Dienstleistungen und sozialen Einrichtungen erleichtert.

  • Zu den wichtigsten angekündigten Bauvorhaben gehört die Verdoppelung der Nationalstraße Nr. 2 zwischen Enfidha und Kairouan mit Kosten von 300 Millionen Dinar; der Baubeginn ist für das erste Halbjahr vorgesehen.
  • Das Projekt zur Verdoppelung der Nationalstraße Nr. 13, einer strategischen Achse, die Kasserine mit Sidi Bouzid und anschließend mit Sfax verbindet, bildet einen weiteren Pfeiler des Programms. Es wird auf etwa 1,4 Milliarden Dinar geschätzt und umfasst zusätzlich 115 Kilometer ländliche Pisten entlang einer 180 Kilometer langen Trasse.

Strukturierende Projekte mit hoher wirtschaftlicher Wirkung
In Zarzis soll der Bau einer städtischen Umgehungsstraße mit Kosten von über 100 Millionen Dinar den Verkehr entlasten und die Handels- und Tourismusaktivitäten unterstützen.

Das Programm umfasst außerdem:

  • die Verstärkung von 188 km klassifizierter Straßen in mehreren Gouvernorates
  • den Bau von sieben Brücken;
  • den Ausbau der Regionalstraße Nr. 77 in Siliana;
  • neue Ausschreibungen für Konsolidierungsprojekte, insbesondere in den Gouvernements Mahdia und Gafsa.

Insgesamt sollen 65 Projekte im Jahr 2026 abgeschlossen werden.

Priorität für nationale und regionale Konnektivität
Die Regierungschefin Sara Zaafrani Zenzri bestätigte, dass der Vorrang der Fortführung großer strukturierender Projekte gelten wird, insbesondere der Autobahn Tunis–Jelma (186 km) mit geschätzten Kosten von 1.295 Millionen Dinar. Dieses Projekt wird als wesentliches Bindeglied zur Verbesserung der interregionalen Konnektivität und zur Unterstützung der Entwicklung der Binnenregionen dargestellt.

Der strategische Ost–West-Korridor, konkretisiert durch die Verdoppelung der RN13, fügt sich ebenfalls in diese Logik wirtschaftlicher Integration und der Erleichterung des innerstaatlichen und grenzüberschreitenden Austauschs ein.

Das Programm 2026 sieht darüber hinaus vor:

  • den Ausbau von 912 km ländlicher Pisten in 22 Gouvernoraten
  • die Anpassung klassifizierter Straßen an internationale Normen (Mindestbreite von 7 Metern);
  • die Fortsetzung der in den Programmen 2023–2025 eingeleiteten Wartungs- und Verkehrssicherheitsarbeiten.

Innovation und ökologischer Wandel
Dem Programm ist auch eine Umweltkomponente integriert, mit der Einführung des Konzepts der Kreislaufwirtschaft im Bereich der öffentlichen Bauarbeiten. Ziel ist es, Bau- und Abbruchabfälle als Materialien für Straßen zu verwerten, in Partnerschaft mit nationalen und internationalen wissenschaftlichen und beruflichen Institutionen.

Bild: Symbolfoto Autobahn (Sfax-Gabes)

Quelle: Webdo.tn (frz.)