Zentralbank: Was ändert sich für Wechselstuben in Tunesien?
Es gibt neue Maßnahmen für den Wechselstubenbereich in Tunesien. Am 23. Januar 2026 hat die Zentralbank (BCT) mit dem Rundschreiben Nr. 2026/02 neue Spielregeln eingeführt. Das Ziel ist klar: Jede Wechselstube soll zu einem wichtigen Glied im Kampf gegen Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung werden.
Tägliche Überwachung
Es reicht nicht mehr aus, nur Geldscheine umzutauschen: Jeder Mitarbeiter wird zu einem echten Wächter der finanziellen Sicherheit. In der Praxis bedeutet dies, dass Sie selbst bei kleinen Beträgen oder wenn Sie Stammkunde sind, systematisch nach Ihren Ausweispapieren gefragt werden.
Die große Neuerung ist die Sicherheitsüberprüfung: Ihr Name wird anhand nationaler und internationaler Sanktionslisten überprüft. Dies ist ein automatisches, aber obligatorisches Verfahren. Und hier gibt es keinen Spielraum für Improvisation: Wenn Zweifel an einer Identität bestehen oder ein Profil verdächtig erscheint, hat der Mitarbeiter die strikte Anweisung, die Transaktion sofort zu stoppen. Das bedeutet zwar etwas mehr Formalitäten, aber das ist der Preis, den man zahlen muss, damit das Geld, das in Tunesien im Umlauf ist, völlig sauber und transparent ist.
Den Kunden und sein Profil besser kennenlernen
Die Vorschriften verlangen nun von den Büros, sehr genaue Informationen zu sammeln:
- Für Privatpersonen: Es werden Angaben zum Beruf und zum Einkommen verlangt, um die finanziellen Mittel einschätzen zu können.
- Für Organisationen (Unternehmen, Vereine, politische Parteien): Die Anforderungen wurden verschärft, wobei möglicherweise Finanzberichte oder die Identifikationsnummer im nationalen Unternehmensregister verlangt werden.
Besondere Aufmerksamkeit gilt „politisch exponierten Personen” (PEP). Unabhängig davon, ob sie tunesischer oder ausländischer Staatsangehörigkeit sind, werden Staatschefs, Regierungsmitglieder oder hochrangige Politiker (und ihre Angehörigen) genauer überwacht. Gleiches gilt für Kunden mit Wohnsitz in Ländern, die von der FATF als risikoreich eingestuft werden.
Digitalisierung und Warnmeldungen
Das Verfahren wird digitalisiert: Die Büros müssen sich auf der goAML-Plattform der tunesischen Kommission für Finanzanalysen (CTAF) registrieren. Dort müssen sie unverzüglich alle Transaktionen melden, die ihnen verdächtig erscheinen.
Es gilt eine goldene Regel: Geheimhaltung. Es ist verboten, einem Kunden mitzuteilen, dass er gemeldet wurde. Darüber hinaus müssen alle Dokumente über Kunden und deren Transaktionen zehn Jahre lang aufbewahrt werden.
Sanktionen zum Schutz des Systems
Die tunesische Zentralbank wacht über die Einhaltung dieser Maßnahmen und kontrolliert deren Wirksamkeit. Bei Nichteinhaltung dieser neuen Vorschriften können Sanktionen verhängt werden: Diese reichen von einer einfachen Verwarnung bis zur endgültigen Schließung der Wechselstube.
Titelbild: Symbolfoto (Meta AI)
Quelle: Managers | Zentralbank

