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Datteln: Ernte mit 404.000 Tonnen auf Rekordniveau

Die Kampagne 2025/2026 kündigt sich als außergewöhnlich für die tunesische Dattelbranche an, mit einer geschätzten Produktion von 404.000 Tonnen – ein bislang nie erreichtes Niveau. Diese Leistung auf Rekordniveau, die deutlich über der der vorherigen Saison liegt, stand im Mittelpunkt einer Sitzung zum Monitoring der Unterstützungs- und Aufwertungsprogramme des Sektors. Die Behörden wollen auf diesem Ergebnis aufbauen, um die Wettbewerbsfähigkeit des tunesischen Produkts auf den Märkten zu stärken.

Produktion überschreitet eine symbolische Schwelle
Laut offiziellen Schätzungen dürfte die Dattelernte der Saison 2025/2026 rund 404.000 Tonnen erreichen, gegenüber 347.000 Tonnen in der vorherigen Kampagne – ein Zuwachs von 16,3%. Erstmals überschreitet die nationale Produktion damit die Schwelle von 400.000 Tonnen und bestätigt eine von den Behörden als außergewöhnlich bezeichnete Kampagne.

Im Detail würde die Sorte Deglet Nour allein etwa 347.000 Tonnen ausmachen, gegenüber 293.000 Tonnen ein Jahr zuvor, was einem Anstieg von 18,3% entspricht. Die sogenannten Standarddatteln werden hingegen auf rund 57.000 Tonnen geschätzt, gegenüber 54.000 Tonnen in der vorherigen Saison.

Der Grund für diese außergewöhnliche Ernte auf Rekordniveau wird in der deutlichen Verbesserung der Wetterbedingungen, sowie auf der erheblichen Vergrößerung der Anbaufläche für Datteln zurückgeführt, da neue Palmen ihre volle Produktionskapazität eingetreten sind.

Diese Perspektiven wurden im Rahmen einer Sitzung des Nationalen Ausschusses zur Überwachung der Interventionsprogramme des Fonds zur Förderung der Qualität von Datteln erörtert, die unter dem Vorsitz des Landwirtschaftsministers Ezzeddine Ben Cheikh stattfand. Die Arbeiten konzentrierten sich auf den Stand der Programme zur Verbesserung der Produktqualität, zur Stärkung der Wertschöpfung sowie zur Festigung der Präsenz auf den Binnen- und Auslandsmärkten.

Der Schwerpunkt lag auf der Unterstützung von Landwirten, Produzenten und Exporteuren durch gezielte Finanzierungsmechanismen und technische Begleitung, um die Nutzung dieser günstigen Dynamik zu optimieren.

Qualität, Lagerung und Governance im Mittelpunkt der Entscheidungen
Der Minister erinnerte an den strategischen Charakter des Dattelsektors als Pfeiler der nationalen Agrarwirtschaft. Er betonte die Notwendigkeit, die Mittel des Fonds auf Programme mit hoher Rentabilität auszurichten, insbesondere in den Bereichen Qualitätsverbesserung, Lagerung, Verpackung, Vermarktung sowie Einhaltung gesundheitlicher und ökologischer Standards.

Zudem rief er dazu auf, die Koordination zwischen den verschiedenen Akteuren der Branche zu stärken und die Governance- und Transparenzmechanismen bei der Überwachung der finanzierten Projekte zu festigen.

Hin zu einer langfristigen Strategie angesichts der klimatischen Herausforderungen
Über die kurzfristige Leistung hinaus wurde in den Diskussionen die Notwendigkeit hervorgehoben, eine umfassende strategische Vision für den Sektor zu entwickeln. Diese soll die Auswirkungen des Klimawandels berücksichtigen, die Ergebnisse der wissenschaftlichen Forschung verwerten, die Sortendiversifizierung fördern, die Wertschöpfung des Produkts erhöhen und die Nachernteverluste verringern.

Am Ende der Sitzung wurden mehrere Leitlinien festgelegt, darunter die Beschleunigung der Umsetzung der Programme, die Intensivierung der Überwachung durch regelmäßige Ausschusssitzungen, die Vorbereitung eines spezifischen Plans im Hinblick auf Phasen hoher Nachfrage wie den Monat Ramadan sowie die Programmierung der Interventionen des Fonds für 2026 mit der Möglichkeit, dessen Mittel zu stärken.

Das erklärte Ziel ist klar: die Position der tunesischen Datteln als Referenzprodukt auf den internationalen Märkten dauerhaft zu festigen – gestützt sowohl auf quantitative Leistungsfähigkeit als auch auf einen qualitativen Sprung der Branche.

Quelle(n): Webdo.tn | Fresh Plaza