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Kairouan: Photovoltaikanlage von Metbassta (Sbikha) geht in Betrieb

Am 16. Dezember 2025 wurde in Metbassta, Sbikha, im Gouvernorat Kairouan eine neue Photovoltaikanlage mit einer Leistung von 100 MW in Betrieb genommen. Es handelt sich um die größte Anlage des Landes. Nach Angaben des Ministeriums für Industrie, Bergbau und Energie stellt dieses Kraftwerk, das vom emiratischen Betreiber Amea Power entwickelt und betrieben wird, einen wichtigen Schritt für die Energiewende dar, insbesondere dank seines Konzessionsmodells.

Drei in Tunesien bisher unbekannte technische Elemente zeichnen dieses Kraftwerk aus: die Überschreitung der Schwelle von 100 Megawatt installierter Leistung, das Vorhandensein einer integrierten „Eingangs-Ausgangs”-Umspannstation und die direkte Einspeisung von Energie in das 225-kV-Hochspannungsnetz der tunesischen Strom- und Gasgesellschaft (Steg).

In finanzieller Hinsicht wird das Projekt von der Internationalen Finanz-Corporation (IFC) und der Afrikanischen Entwicklungsbank (AfDB) mit einer Gesamtinvestition von rund 250 Millionen Dinar unterstützt.

Kairouan: Photovoltaikanlage von Metbassta (Sbikha)

Amea Power stellte diese Initiative als das erste große private Solarprojekt des Landes vor, dessen Wert sich auf etwa 86 Millionen Dollar beläuft und das eine Jahresproduktion von etwa 222 GWh anstrebt. In den technischen Unterlagen zum Projekt wird die Jahresproduktion auf etwa 230 GWh und eine potenzielle Emissionsreduzierung von mehr als 117.000 Tonnen CO₂ pro Jahr geschätzt. Derselben Quelle zufolge könnte das Kraftwerk nach seiner vollständigen Inbetriebnahme etwa 0,5% des nationalen Primärenergieverbrauchs decken und dazu beitragen, die Erdgasimporte um etwa 22 Millionen Dollar pro Jahr zu senken, was zu Einsparungen für Steg führen würde.

Im weiteren Sinne ist diese Initiative Teil des tunesischen Ausschreibungsprogramms für neue Kapazitäten im Bereich der erneuerbaren Energien, wobei eine erste Tranche von 500 MW Photovoltaik-Kapazität auf mehrere Gouvernorate verteilt ist. Für Amea Power steht dieses Projekt auch im Einklang mit dem nationalen Ziel Tunesiens, den Anteil erneuerbarer Energien am Energiemix bis 2030 auf 30% zu steigern.

Siehe auch: Kairouan: Solarkraftwerk Sbikha geht Ende November 2025 ans Netz

r.

Ein Modell für nachhaltige Umstellung und ökologische Innovation
Dieses Projekt zeichnet sich auch durch seinen ökologischen Ansatz aus. 200 Hektar bisher unproduktives, salzhaltiges Randland wurden in einen Energiebereich mit hohem Mehrwert umgewandelt. Die Installation von 210.000 Photovoltaikmodulen – zu denen noch 10.000 weitere hinzukommen werden – haucht einem verlassenen Gebiet neues Leben ein und respektiert gleichzeitig sein ökologisches Gleichgewicht.

Zum ersten Mal in Tunesien wurden geräuscharme Systeme integriert, um Vögel zu schützen und die lokale Artenvielfalt zu erhalten. Diese besondere Sorgfalt im Umgang mit Fauna und Flora macht Sbikha zu einer Referenz in Sachen Vereinbarkeit von industrieller Produktion und Umweltschutz. Die Auswirkungen des Projekts gehen somit über den Bereich der Energieversorgung hinaus. Es ebnet den Weg für neue Praktiken in der Raumplanung und der Planung öffentlicher Infrastrukturen. Durch die Umwandlung degradierter Flächen in produktive Ressourcen veranschaulicht es konkret die Möglichkeit einer nachhaltigen Entwicklung nach tunesischem Vorbild: ein Modell, das auf lokaler Wertschöpfung, technologischer Innovation und der Erhaltung des Naturerbes basiert.

Bilder: Ministeriums für Industrie, Bergbau und Energie

Quelle: Kapitalis