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Tunesien weltweit führend bei biologischen Oliven

Tunesien nimmt weltweit den ersten Platz in der Produktion biologischer Oliven ein und bestätigt damit den qualitativen Fortschritt des Sektors der biologischen Landwirtschaft sowie dessen Integration in internationale Wertschöpfungsketten hochwertiger Agrarprodukte. Das Land verfügt über etwa 144.000 Hektar, die dem Anbau biologischer Oliven gewidmet sind – die größte Fläche weltweit.

Dies geht aus Daten der Generaldirektion für biologische Landwirtschaft, die dem Ministerium für Landwirtschaft, Wasserressourcen und Fischerei untersteht, hervor.

Ein stark wachsender Sektor
Insgesamt erreichen die für biologische Landwirtschaft in Tunesien vorgesehenen Flächen nahezu 235.000 Hektar, was die strategische Bedeutung dieses Sektors für das nationale Agrarsystem verdeutlicht.

Dieser Fortschritt lässt sich durch mehrere Faktoren erklären, insbesondere:

  • günstige klimatische Bedingungen
  • anerkanntes Know-how
  • die Entwicklung von Zertifizierungssystemen, die internationalen Standards entsprechen

Der Sektor umfasst etwa 6.270 Akteure (Produzenten, Verarbeiter und Exporteure), was ein fortgeschrittenes Organisationsniveau und eine Integration in Produktionsketten belegt, wodurch die Produktqualität verbessert und der Zugang zu internationalen Märkten erleichtert wird.

Die Exporte biologischer Produkte aus Tunesien erreichten im Jahr 2025 etwa 750 Millionen Dinar, hauptsächlich gestützt durch die starke Nachfrage nach biologischem Olivenöl auf den europäischen und amerikanischen Märkten. Diese Dynamik trägt zum Gleichgewicht der Handelsbilanz und zur Diversifizierung der Devisenquellen bei.

Die Anerkennung Tunesiens durch die Europäische Union, die Schweizerische Eidgenossenschaft und das Vereinigte Königreich als Exportland für biologische Produkte erleichtert ebenfalls den Zugang zu internationalen Märkten.

Herausforderungen und Perspektiven
Trotz dieser positiven Ergebnisse bestehen weiterhin mehrere Herausforderungen, insbesondere:

  • eine im Vergleich zum vorhandenen Potenzial noch begrenzte Produktivität
  • eine unzureichende Wertschöpfung durch industrielle Verarbeitung
  • die Notwendigkeit, die logistischen Ketten zu stärken

Das Ziel besteht nun darin, von der Ausfuhr halbfertiger Produkte zu Erzeugnissen mit höherer Wertschöpfung überzugehen, um die Position des tunesischen Labels auf den Weltmärkten zu stärken.

In diesem Zusammenhang sieht die nationale Strategie zur Entwicklung der biologischen Landwirtschaft die Schaffung von Pilotzonen in Sejnane, Kesra, El Haouaria, Majel Belabbes und Hazoua vor, die biologische Landwirtschaft, Ökotourismus und Handwerk kombinieren, um die nationale Wirtschaft zu beleben und die Wettbewerbsfähigkeit des Sektors zu verbessern.

Bild: Pixabay (KI)

Quelle: Dieser Artikel erschien zuerst in französischer Sprache bei Mosaique FM