Tunesienexplorer.de

Tunesienexplorer.de

News rund um Tunesien

Tierwelt Tunesiens

Der ostatlantische Doktorfisch hat Tunesiens Küsten erreicht

Eine neue Fischart ist an den tunesischen Küsten erschienen. Der ostatlantische Doktorfisch (Acanthurus monroviae) wurde kürzlich vor der Stadt Sayada (tunesische Stadt im Sahel, etwa 15 Kilometer südlich von Monastir) von Kapitän Mohamed Ali Jerbi gefangen und ergänzt damit die Liste der in tunesischen Gewässern erfassten Arten. Der Acanthurus monroviae, im Deutschen auch als Ostatlantischer Doktorfisch oder Monrovia-Doktorfisch bekannt und ist eine Fischart aus der Familie der Doktorfische (Acanthuridae).

Das markanteste Merkmal ist ein leuchtend gelber bis oranger Fleck an der Schwanzwurzel, der die dort befindliche sehr scharfe Hornklinge (das “Skalpell”) umgibt. Der Körper ist meist graubraun bis olivfarben mit zahlreichen feinen, horizontalen blauen Linien, die aus der Ferne oft purpur-bläulich wirken. Er erreicht eine durchschnittliche Länge von etwa 30 cm, kann aber bis zu 45 cm groß werden.

Sein natürliches Verbreitungsgebiet liegt im tropischen Ostatlantik, von der Küste Marokkos bis nach Angola, einschließlich der Kapverden und Kanaren. Gelegentlich wird er als Irrgast in anderen Regionen gesichtet, etwa vor der Küste Brasiliens oder im Mittelmeer (z. B. vor Spanien, Tunesien, Israel und zuletzt 2024 in der Adria). Er lebt bevorzugt in Küstennähe, Lagunen und Felsenriffen in Tiefen von 5 bis 200 Metern. Die Art wurde erstmals 1987 im Mittelmeer beobachtet und ist primär ein Pflanzenfresser, der Algenaufwuchs von Felsen und Sand abweidet, nimmt aber auch Detritus und Zooplankton auf.

In seinen Verbreitungsgebieten stellt er zudem eine Art von kommerziellem Interesse dar. Seine erste offizielle Beobachtung an den tunesischen Küsten geht auf das Jahr 2011 zurück, was die Entwicklung und die schrittweise Bereicherung der lokalen marinen Biodiversität belegt. Forscher und lokale Fischer betonen die Bedeutung, die Präsenz dieser Art zu verfolgen, um die mediterranen marinen Dynamiken besser zu verstehen und die Auswirkungen auf die Ökosysteme sowie die wirtschaftlichen Aktivitäten vorherzusehen.

Bild: Svistoon – Own work, CC BY-SA 4.0

Quelle: La Presse