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Trinkwasser in Tabarka: Die 65-Mio-Dinar-Anlage ist erst zu 30 Prozent fertiggestellt

Die künftige Oberflächenwasseraufbereitungsanlage in Tabarka ist laut einer am 22. August 2026 vorgestellten Bilanz nun zu 30% fertiggestellt. Das von der SONEDE getragene Projekt soll die Trinkwasserversorgung der Region dank einer Aufbereitungskapazität von 400 Litern pro Sekunde, also fast 34.500 m³ pro Tag, nachhaltig stärken. Doch die für den Sommer 2027 angekündigte Inbetriebnahme wird nicht ausreichen, um die Versorgungsengpässe zu beheben, die im Sommer 2026 aufgetreten sind.

Eine Infrastruktur im Wert von 65 Millionen Dinar
Das Projekt entspricht einer Investition von rund 65 Millionen Dinar. Die Anlage soll Oberflächenwasser aufbereiten, um die derzeitige Trinkwasserversorgung von Tabarka und den umliegenden Gebieten zu stärken. Mit einer Durchflussmenge von 400 Litern pro Sekunde kann die Anlage theoretisch fast 34.500 m³ aufbereitetes Wasser pro Tag produzieren, wenn sie mit voller Leistung läuft. Sie soll somit eine wichtige Verstärkung für eine Region darstellen, die einem zunehmenden Druck auf ihre Ressourcen und Netze ausgesetzt ist.

Die Bauarbeiten sind jedoch noch lange nicht abgeschlossen. Stand 22. August lag der Fertigstellungsgrad bei 30%, während die Fertigstellung laut der Nachrichtenagentur TAP für Ende Juli 2027 angekündigt ist.

Eine strukturelle Lösung, keine Lösung für diesen Sommer
Dies ist der wesentliche Unterschied zwischen dem Projektzeitplan und der aktuellen Situation vor Ort. In Tabarka bestehen weiterhin Versorgungsschwierigkeiten, insbesondere in den höher gelegenen Stadtvierteln, wo die Wasserversorgung nach wie vor Einschränkungen unterliegt. Diese Störungen treten vor dem Hintergrund eines hohen Sommerverbrauchs und einer starken Belastung der bestehenden Infrastruktur auf. Die künftige Anlage wird daher die im Sommer 2026 auftretenden Probleme nicht lösen können. Selbst wenn die Bauarbeiten planmäßig voranschreiten, müssen die Einwohner bis zum nächsten Jahr warten, bis diese neue Kapazität in Betrieb genommen wird. Die unmittelbare Herausforderung bleibt somit die Bewirtschaftung des bestehenden Netzes, während die Anlage eine Lösung darstellt, die die Versorgung mittel- und langfristig sichern soll.

Zerga im Mittelpunkt des Konzepts
Die künftige Anlage soll insbesondere aus den in der Region mobilisierten Ressourcen gespeist werden, wobei der Staudamm von Zerga im Mittelpunkt des angekündigten Konzepts steht. Die Entscheidung für eine Aufbereitungsanlage für Oberflächenwasser spiegelt vor allem einen Wandel in der Art und Weise wider, wie die Wasserversorgung gesichert wird: Es geht nicht mehr nur darum, neue Grundwasserressourcen zu erschließen, sondern auch darum, die verfügbaren Oberflächenwasserressourcen durch geeignete Aufbereitungsanlagen besser zu nutzen. Das Projekt soll es somit ermöglichen, diese Ressource in Trinkwasser umzuwandeln und in das Verteilungsnetz einzubinden.

Bild: Ausbaustand (brands.tn)

Quelle(n): Webdo.tn