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Tunesien: Staudamm von Douimis steht kurz vor der Inbetriebnahme

Der Staudamm von Douimis im Süden des Gouvernorates Bizerté soll noch vor Ende des Jahres 2026 betriebsbereit sein. Mit einem Fassungsvermögen von 45 Millionen Kubikmetern soll das Bauwerk dazu beitragen, die Trink- und Bewässerungswasserversorgung in mehreren Regionen des Landes zu sichern – vor dem Hintergrund eines zunehmenden Drucks auf die Wasserressourcen.

Das Projekt des Douimis-Staudamms tritt nun in seine letzte Phase ein. Der für die Verwaltung zuständige Leiter der Generaldirektion für Staudämme und große Wasserbauvorhaben im Ministerium für Landwirtschaft, Wasserressourcen und Fischerei, Kamel El Moueddeb, gab bekannt, dass das Bauwerk bis Ende 2026 betriebsbereit sein soll.

Dieser Termin folgt auf die Klärung mehrerer Schwierigkeiten, die insbesondere mit Grundstücks-, Logistik- und Verwaltungsfragen des Projekts zusammenhängen. Diese Fragen wurden bei einer Arbeitssitzung am Dienstag im Sitz der Provinzverwaltung von Bizerte erörtert, gefolgt von einer Besichtigung der Baustelle in Anwesenheit von Vertretern der betroffenen zentralen, regionalen und lokalen Behörden sowie der mit den Arbeiten beauftragten Unternehmen.

Laut Kamel El Moueddeb dürfte die Lösung dieser Probleme eine Beschleunigung der Fertigstellung der verschiedenen Bestandteile des Staudamms ermöglichen, während die technischen Arbeiten parallel dazu fortgesetzt werden.

45 Millionen m³ werden nach Sejnane umgeleitet
Sobald der Douimis-Staudamm in Betrieb ist, werden etwa 45 Millionen Kubikmeter Wasser zur Verfügung stehen. Ein Teil dieser Ressourcen wird über das Wasserüberleitungssystem des Nordens zum Sejnane-Staudamm umgeleitet. Ziel ist es insbesondere, die Trink- und Bewässerungswasserversorgung mehrerer Regionen zu verbessern, darunter Bizerte, Groß-Tunis, Cap Bon, die Sahelzone und Sfax.

Das Projekt ist somit Teil der nationalen Strategie zur Mobilisierung und zum Transfer von Wasserressourcen, da Tunesien einem zunehmenden Druck auf seine Wasserressourcen ausgesetzt ist.

Der Staudamm weist zudem eine wichtige technische Besonderheit auf. Nach Angaben des Verantwortlichen des Landwirtschaftsministeriums wird die Schwerkraftbeförderung des Wassers ohne Einsatz von elektrischer Energie dazu beitragen, die Ressourcen für den äußersten Norden zu stärken.

Diese Konfiguration dürfte auch dazu beitragen, die Belastung der hydromechanischen Anlagen und den Energieverbrauch zu verringern und gleichzeitig die Nutzung der am Barak-Staudamm verfügbaren Ressourcen zu verbessern.

Die Arbeiten sind noch im Gange
Bei dem Besuch vor Ort inspizierte der Gouverneur von Bizerte und Vorsitzende des regionalen Wasserrats, Salem Ben Yacoub, insbesondere den Fortschritt der Arbeiten zur Installation der hydromechanischen Anlagen sowie zur Verstärkung und zum Schutz des Staudammkörpers und seines Hochwasserentlastungskanals.

Er versicherte, dass die notwendigen Maßnahmen ergriffen worden seien, um die Fertigstellung des Projekts innerhalb des vorgesehenen Zeitrahmens zu ermöglichen, angesichts seiner Bedeutung für die Entwicklung der Region und die Stärkung der nationalen Wasserversorgungssicherheit. Der Gouverneur hob zudem die erwarteten Auswirkungen des Projekts auf die Verbesserung der Trinkwasserversorgung in Bizerte und den benachbarten Gouvernoraten hervor.

Der Douimis-Staudamm wird zu 100% aus nationalen Mitteln finanziert. Er verfügt über ein Speichervolumen von 45 Millionen Kubikmetern und erstreckt sich über eine Fläche von 300 Hektar. Er ist der sechste und letzte Staudamm, der im Rahmen des Zehnjahresplans zur Mobilisierung der Wasserressourcen und des Systems zur Wasserüberleitung aus dem Norden in die Region vorgesehen ist.

Über die Wasserinfrastruktur hinaus umfasst das Projekt auch die Errichtung eines Bewässerungsgebiets für die lokale Bevölkerung in der Nähe des Staudamms, zwischen der Delegation Sidi Amer und den Grenzen der Delegation Louata. Zudem sollen mehrere Straßen gebaut werden, um die Anbindung des Gebiets zu verbessern und dessen wirtschaftliche und soziale Entwicklung zu fördern.

Mit einer geplanten Inbetriebnahme vor Ende 2026 soll der Douimis-Staudamm somit zu einem neuen Bestandteil des tunesischen Systems zur Mobilisierung von Wasserressourcen werden und gleichzeitig die Kapazitäten für den Wassertransfer in wasserarme Regionen stärken.

Quelle: La Presse