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Wasserausfälle im Sahel: Sonede verspricht strukturelle Lösungen und erläutert die Störungen

Angesichts der zahlreichen Beschwerden und Fragen von Bewohner der Sahelzone zu den seit einigen Tagen bestehenden Trinkwasserausfällen ging der Regionaldirektor für den Zentralbereich der Nationalen Gesellschaft für Wassergewinnung und -verteilung (Sonede), Noureddine Boumiza, auf die Ursachen dieser Störungen sowie auf die Projekte ein, die darauf abzielen, Lösungen zu finden, um die Wasserversorgung der Region nachhaltig zu stärken.

Als Gast bei Jawhara FM am Montag, dem 6. Juli 2026, erinnerte der Verantwortliche daran, dass die Wasserversorgung der Sahelzone auf mehreren Versorgungssystemen beruhe, insbesondere auf den aus dem Norden des Landes umgeleiteten Ressourcen, dem Wasser aus Kairouan sowie dem Nebhana-Stausee. Während die Stauseen im Norden derzeit zufriedenstellende Füllstände aufweisen, ist die Lage in Nebhana heikler, wo die Niederschläge in diesem Jahr unzureichend waren, was die für die Versorgung der Gouvernorate Sousse, Monastir und Mahdia verfügbaren Mengen einschränkt.

Ihm zufolge tritt dieser Rückgang der Ressourcen zu einem Zeitpunkt ein, an dem der Bedarf während der Sommersaison seinen Höhepunkt erreicht, was die drei wichtigsten Aufbereitungsanlagen, die die Sahelregion versorgen, unter Druck setzt.

Um längere Unterbrechungen tagsüber zu vermeiden, hat die Sonede seit der Nacht zu Montag, 5. Juli 2026 geplante Abschaltungen zwischen Mitternacht und 5 Uhr morgens in den Gouvernoraten Sousse, Monastir und Mahdia eingeführt (Anm.: In der Realität war das Wasser schon ab dem frühen Abend weg). Ziel ist es laut Noureddine Boumiza, die Wiederauffüllung der Reserven in den Speichern während der Zeiten mit geringem Verbrauch zu ermöglichen, um tagsüber, wenn der Bedarf am höchsten ist, eine bessere Versorgung zu gewährleisten. Er wies jedoch darauf hin, dass bestimmte höher gelegene Gebiete, wie beispielsweise mehrere Stadtteile von Sousse, weiterhin von stärkeren Beeinträchtigungen betroffen sein werden. Aufgrund ihrer topografischen Lage sind diese Gebiete als erste betroffen, wenn der Druck im Netz sinkt (Anm.: In Akouda bei Sousse häufig schon ab dem Nachmittag, anhaltend bis in die frühen Morgenstunden).

Auf die Frage nach mittelfristigen Lösungen verwies der Regionaldirektor auf das Großprojekt zur Wasserüberleitung vom Norden ins Zentrum, das die Wasserversorgung der Sahelzone nachhaltig stärken soll. Dieses Bauvorhaben mit Kosten von rund einer Milliarde Dinar sieht insbesondere die Wasserzufuhr zum Staudamm von Kalaâ Kebira vor. Ein Teil der Arbeiten ist bereits im Gange, auch wenn es bei dem Projekt zu Verzögerungen aufgrund von Enteignungsverfahren gekommen ist, die für die Verlegung der Leitungen erforderlich sind. Seinen Angaben zufolge sind diese Schwierigkeiten auf dem Weg zur Lösung, und dieses Projekt stelle eine strategische Maßnahme dar, die die Wasserversorgung der Region bis 2050 sichern solle.

Parallel dazu setzt die Sonede auch auf die künftige Meerwasserentsalzungsanlage in Sousse, die als wichtiger Hebel zur Verringerung der Abhängigkeit von konventionellen Ressourcen gilt.

Noureddine Boumiza erklärte, dass die Bauarbeiten abgeschlossen seien, die Inbetriebnahme sich jedoch aufgrund der technischen Tests, die für den Betrieb dieser komplexen Infrastruktur zur Umwandlung von Meerwasser in Trinkwasser unerlässlich sind, leicht verzögere.

Seinen Angaben zufolge hofft die Sonede jedoch, diese Testphase zwischen Ende Juli und Mitte August abzuschließen, damit die Anlage bereits in diesem Sommer dazu beitragen kann, die Wasserversorgung der Region zu verbessern.

Titelbild: Symbolfoto: Netzausbau Sonede

Quelle: Business News