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Reporter ohne Grenzen: Unabhängige Medien unter strenger Kontrolle

Unabhängige Medien in Tunesien müssen große Hindernisse überwinden, wenn sie regelmäßig informieren möchten. Sie stehen unter ständiger Überwachung und dauerndem Druck durch die tunesischen Behörden. Dies ist das Ergebnis eines neuen Untersuchungsberichtes von Reporter ohne Grenzen (ROG) zur Lage der Pressefreiheit in dem nordafrikanischen Land.

Gerade private und oppositionelle Medien haben große Schwierigkeiten, Sendelizenzen und Vertriebspartner für ihre Verteilung zu finden. Regierungskritische Online-Medien und Internetportale werden gesperrt. Unabhängige Journalistinnen und Journalisten werden bei Informationsrecherchen behindert. Immer wieder müssen sie Einschüchterungsversuche hinnehmen – ihnen drohen sogar Gefängnisstrafen.
So bestätigte ein Berufungsgericht in Gafsa im Süden des Landes am 5. Februar 2009 eine sechsjährige Gefängnisstrafe gegen den Reporter Fahem Boukadous der Satelliten-Fernsehstation el Hiwar el Tounissi. Boukadous hatte im vergangenen Jahr über soziale Proteste in der Minenregion von Gafsa berichtet. Die Richter fällten das Urteil in Abwesenheit von Boukadous, der sich versteckt hält.

ROG fordert die Behörden auf, das Urteil gegen Boukadous aufzuheben und die polizeiliche, juristische und administrative Gängelung und Repression von unabhängigen und oppositionellen Medien zu beenden. Die Meinungs- und Medienvielfalt in Tunesien sei ernsthaft gefährdet.

Auf der ROG-Rangliste der Pressefreiheit 2008 steht Tunesien auf Platz 143 von weltweit 173 Ländern. ROG erstellte den Tunesien-Report nach einer Untersuchungsmission vor Ort im November 2008.

Quelle: reporter-ohne-grenzen.de

Veröffentlicht am 3. März 2009 in der Kategorie „Zensur“ des Blogs TunisianGhost