Tunesienexplorer.de

Tunesienexplorer.de

News rund um Tunesien

EnergieUmwelt

Wasserversorgung: Unterbrechungen und Störungen – So entwickelt sich die Lage!

Das Tunesische Observatorium für Wasser (Observatoire Tunisien de l’Eau) gab bekannt, dass im Laufe des Monats März 2026 insgesamt 167 Unterbrechungen und Störungen in der Trinkwasserversorgung in allen Gouvernoraten registriert wurden. Eine Feststellung, die die anhaltenden Anzeichen einer Verschärfung der Krise in Bezug auf die Versorgung mit Trinkwasser in mehreren Regionen des Landes bestätigt.

In einer am Dienstag, 7. März 2026 veröffentlichten Mitteilung erklärte das Observatorium, dass von insgesamt 204 im gleichen Zeitraum erfassten Meldungen das Gouvernorat Ben Arous mit 24 Meldungen die „Karte des Durstes“ anführt, gefolgt vom Gouvernorat Médenine mit 23 Meldungen und anschließend Gabès mit 21 Meldungen.

Mehrere Regionen des Landes, so dieselbe Quelle weiter, erlebten ebenfalls Protestbewegungen, um die Unterbrechungen und Störungen der Versorgung zu bemängeln, wobei im vergangenen März 9 Protestaktionen registriert wurden. Im selben Zusammenhang verzeichnete das Observatorium 19 Fälle von Wasserlecks sowie 9 Meldungen zur Wasserqualität, die als für den Konsum ungeeignet eingestuft wurde.

Entwicklung der Situation
Die vom Observatorium vorgelegten Zahlen zeigen eine höhere Rate an Unterbrechungen und Störungen in der Trinkwasserversorgung im Vergleich zum gleichen Zeitraum des Vorjahres, da im März 2025 lediglich 135 Unterbrechungen bei insgesamt 151 Meldungen registriert wurden. Allerdings ist im März 2026 im Vergleich zum Vormonat ein deutlicher Rückgang der Vorfälle zu beobachten, nämlich im Februar 2026, als 277 Unterbrechungen bei insgesamt 317 Meldungen gezählt wurden.

Geografie der Krise (am stärksten betroffene Gouvernorate)
Neben der Entwicklung der Anzahl der Unterbrechungen scheint sich auch der geografische Schwerpunkt der Krise von den Regionen des Sahel und des Nordostens in den Großraum Tunis und den Südosten verlagert zu haben. Während im vergangenen März die Gouvernorate Ben Arous (24 Meldungen), Médenine (23) und Gabès (21) am stärksten betroffen waren, hatte im vorherigen Februar Sousse mit 45 Meldungen den größten Anteil.

Monastir wurde als die zweitstärkst betroffene Region mit 40 Meldungen eingestuft. Ben Arous gehörte ebenfalls zu den am stärksten betroffenen Verwaltungsbezirken mit 34 Meldungen. Auch wenn dieses Gouvernorat weiterhin von Unterbrechungen betroffen ist und die Statistik im März anführt, ist die Zahl der Unterbrechungen im Vergleich zu Februar 2026 dennoch gesunken. Und im Vergleich zum gleichen Zeitraum des Vorjahres, also März 2025, war die Region Gafsa mit 39 Meldungen am stärksten betroffen, während Sfax mit 24 Meldungen den zweiten Platz belegte.

Wiederkehrende Probleme
Leider treten die Verteilungsprobleme trotz einer deutlich besseren Niederschlagsmenge im Jahr 2026, die es den Stauseen sogar ermöglichte, Ende März einen Füllstand von 57% bis 58% zu erreichen, weiterhin wie ein Leitmotiv auf! Eine Feststellung, die zum Nachdenken anregt, da es sich nicht um eine natürliche „Knappheit“ handelt, sondern um ein weitaus komplexeres Problem, insbesondere das einer veralteten, abgenutzten und zunehmend störanfälligen Infrastruktur…

Titelbild (Durstkarte März 2026): Observatoire Tunisien de l’Eau (watchwater.tn) – Facebook

Quelle: La Presse