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Tunesien verbietet den Fang der Rotkoralle bis zum 31. Dezember 2026

Das tunesische Ministerium für Landwirtschaft, Wasserressourcen und Fischerei hat beschlossen, den Fang von Rotkorallen an der gesamten tunesischen Küste bis zum 31. Dezember 2026 zu verbieten. Die tunesische Rotkoralle ist für ihre intensive Farbe und ihre Reinheit bekannt und auf dem internationalen Markt für hochwertigen Schmuck sehr begehrt.

Grundlage dieser Entscheidung sind das Protokoll der Sitzung des beratenden Ausschusses für Fischereiregulierung vom 28. September 2026 sowie sämtliche gesetzlichen und regulatorischen Bestimmungen, die den Fischfang und die Gewinnung von Rotkorallen regeln.

Diese strenge biologische Schonzeit soll der intensiven Ausbeutung entgegenwirken, die Regeneration der Tiefwasserriffe ermöglichen, die Wilderei bekämpfen und die wissenschaftlich festgelegten Fangquoten neu bewerten. Die tunesische Rotkoralle ist für ihre intensive Farbe und ihre Reinheit bekannt und auf dem internationalen Markt für hochwertigen Schmuck sehr begehrt.

Infolgedessen ist mit verstärkten Kontrollen durch die Küstenwache und die Zollbehörden in den Heimathäfen zu rechnen. Dies gilt insbesondere für den Hafen von Tabarka im Gouvernement Jendouba. Die Stadt im Nordwesten Tunesiens ist für ihr Kunsthandwerk aus Rotkorallen bekannt.

Die legale Jahresproduktion von Rotkorallen in Tunesien ist im Laufe der Jahrzehnte stark zurückgegangen. Während sie in den 1960er-Jahren noch mehr als 20 Tonnen betrug, liegt sie in den vergangenen Jahren nur noch bei etwa drei bis vier Tonnen jährlich. Daraus werden Exporterlöse in Höhe von schätzungsweise zehn bis zwölf Millionen tunesischen Dinar erzielt.

Ein großer Teil der unverarbeiteten Korallen wird traditionell exportiert, insbesondere nach Italien und auf andere europäische Märkte.

Info: Die Rote Koralle (Corallium rubrum), in Tunesien oft als das „rote Gold“ bezeichnet, ist ein kostbares und historisch tief verwurzeltes Naturprodukt der tunesischen Nordküste. Sie wächst vor allem in den felsigen Tiefen des Mittelmeers rund um die Küstenstadt Tabarka. Aufgrund von Überfischung, Klimawandel und Schmuggel ist sie jedoch streng geschützt.

Siehe auch: tunesienwissen.de/enzyklopaedie/

Titelbild: Rotkoralle (Corallium rubrum) – Géry PARENT – Eigenes Werk, CC BY-SA 3.0

Quelle: Kapitalis