STEG plant 300 MW Batteriespeicher an zehn Standorten, um Stromabschaltungen zu verhindern
Tunesien macht einen weiteren Schritt beim Ausbau seiner Stromspeicherkapazitäten. Die tunesische Strom- und Gasgesellschaft STEG hat eine internationale Ausschreibung für Batteriespeichersysteme mit einer Gesamtleistung von 300 Megawatt (MW) und einer Speicherkapazität von 600 Megawattstunden (MWh) gestartet. Das Projekt mit dem Namen BESS sieht zehn Anlagen im Norden, im Zentrum und im Süden des Landes vor.
Damit wollen die Behörden das Gleichgewicht zwischen Stromerzeugung und -verbrauch besser steuern und weitere Stromabschaltungen verhindern. Die Ausschreibung mit der Nummer 2026 E 4017 umfasst die schlüsselfertige Errichtung der Anlagen. Sie deckt alle Arbeiten ab – von der Planung und Lieferung der Ausrüstung über die Installation und Inbetriebnahme bis hin zur Wartung. Die Systeme müssen internationalen Standards für Leistung, Sicherheit und Cybersicherheit entsprechen.
Die Anlagen sollen an zehn Standorten in drei Losen errichtet werden. Im Norden sind vier Anlagen in Ben Arous, Gaâfour, Mateur und Kchabta mit einer Gesamtleistung von 105 MW und einer Speicherkapazität von 210 MWh vorgesehen. Das Los für die Mitte des Landes umfasst drei Standorte: Msaken, Ksour Essef und Bir Lahfey. Zusammen kommen sie auf 90 MW und 180 MWh. Im Süden erreichen die Anlagen in Gabès Sud, Médenine und Midoun insgesamt 105 MW und 210 MWh.
Die geplante Leistung der einzelnen Standorte liegt zwischen 15 MW und 37,5 MW. Die Anlagen in Gaâfour, Kchabta, Médenine und Midoun sollen jeweils 37,5 MW leisten. Für Ben Arous und Mateur sind jeweils 15 MW vorgesehen. Die übrigen Standorte erhalten Anlagen mit jeweils 30 MW.

Erste Ausbaustufe mit 150 MW vor dem Sommer 2027 geplant
Das Projekt folgt den Leitlinien, die der kommissarische Industrieminister Slah Zouari am Dienstag, dem 3. November 2026, vor den Ausschüssen für Industrie und produktive Sektoren des Parlaments sowie des Nationalen Rates der Regionen und Bezirke vorgestellt hat.
Der Minister bestätigte den Start einer Ausschreibung für zunächst 150 MW Speicherkapazität. Die Auswahl der Anbieter und die endgültige Festlegung der Batteriestandorte seien jedoch noch nicht abgeschlossen. Das Gesamtziel des Ministeriums bleibt bei 300 MW.
Laut Slah Zouari soll die erste Ausbaustufe mit 150 MW vor dem Sommer 2027 eingerichtet werden. Zunächst sollen 50 Prozent dieser Kapazität in Betrieb gehen. Sobald alle Batterien installiert und betriebsbereit sind, soll die gesamte Speicherkapazität mindestens 300 MW betragen.
Die Ausschreibungsunterlagen der STEG konkretisieren diese Pläne: Zehn Standorte sind benannt, verteilt auf die wichtigsten Regionen des Landes. Bewerben können sich Unternehmen oder Unternehmensverbünde, die nachweisbare Erfahrung und Referenzen mit Batteriespeichersystemen vorweisen. Die Angebote müssen über die nationale Plattform für öffentliche Aufträge TUNEPS eingereicht werden.
Die ursprüngliche Angebotsfrist am 29. Oktober 2026 wurde nach zwei Ergänzungen der Ausschreibungsunterlagen auf den 11. November 2026 um 9.30 Uhr verschoben. Die erste Ergänzung betrifft unter anderem administrative und finanzielle Änderungen, die zweite die technischen Spezifikationen der Wechselrichter. Die Öffnung der technisch-finanziellen Angebote ist für denselben Tag um 10 Uhr am STEG-Hauptsitz vorgesehen.
Die Lücke zwischen Angebot und Nachfrage verkleinern
Neben den Investitionen in die Anlagen geht es auch um die Sicherheit der Stromversorgung. Slah Zouari erklärte, dass Tunesien weiterhin regelmäßig Strom aus Algerien importiert. Parallel dazu arbeitet das Ministerium an Mechanismen zur Umverteilung und an der Mobilisierung zusätzlicher Kapazitäten, um die Nachfrage besser zu steuern und die Lücke zwischen Angebot und Verbrauch zu verkleinern.
Ziel ist es, die 2026 verzeichneten Stromabschaltungen nicht zu wiederholen und den Bedarf des Netzes im Jahr 2027 besser zu decken. Der Ausbau von Batteriespeichern soll das Stromsystem flexibler machen und helfen, den verfügbaren Strom besser zu nutzen.
Titelbild: Fiktive Batteriespeicheranlage (ChatGPT)
Quelle: La Presse

