2100 Jahre altes römisches Schiffswrack mit Hunderten von Amphoren vor Sizilien entdeckt
Ein etwa 2.100 Jahre altes römisches Schiffswrack wurde kürzlich vor der Küste Siziliens im Kanal von Sizilien entdeckt, in der Nähe einer der wichtigsten Seerouten, die in der Antike die italienische Halbinsel mit Nordafrika verbanden. Das in der Nähe von Mazara del Vallo gefundene Schiff beförderte mehrere hundert Amphoren und könnte neue Erkenntnisse über den Handel im Mittelmeerraum zur Römerzeit liefern.
Die Entdeckung wurde am 8. und 9. August 2026 von den italienischen Behörden bekannt gegeben. Das Schiffswrack befindet sich etwa drei Seemeilen, also knapp 5,5 Kilometer, vor der Küste von Mazara del Vallo im Westen Siziliens in einer Tiefe von 46 Metern. Es soll etwa 21 Meter lang und 6 Meter breit sein.
Hunderte von Amphoren liegen noch immer auf dem Meeresgrund
Das spektakulärste Element des Fundes ist die Ladung. Die Archäologen haben mehrere hundert Amphoren identifiziert, von denen ein Großteil dem Typ Dressel 1A angehört. Diese großen Keramikgefäße wurden insbesondere zum Transport von Wein verwendet.
Zwei Bleianker sowie eine weitere Bleikonstruktion wurden ebenfalls an der Fundstelle identifiziert. Der Erhaltungszustand des Ganzen lässt hoffen, dass sich unter den Amphoren und den Sedimenten noch weitere Teile des Schiffes befinden könnten.
Ersten Schätzungen zufolge ereignete sich der Schiffbruch zwischen dem 2. und 1. Jahrhundert v. Chr. Die Forscher müssen jedoch weitere Analysen durchführen, um das Alter des Schiffes, die genaue Herkunft seiner Ladung und sein Ziel genauer zu bestimmen.
Ein Fund, der mit Fischern in Verbindung steht
Das Schiffswrack wurde nicht direkt von einem tunesischen Fischer entdeckt, wie es in einigen ersten Berichten hieß. Die italienischen Behörden geben an, dass die Aktion nach Hinweisen von Privatpersonen, insbesondere von Fischern, eingeleitet wurde. Die italienischen Taucher Giacomo De Mola und Igor Bisulli waren anschließend an der Identifizierung der Fundstelle beteiligt. De Mola berichtete, er habe zunächst geglaubt, einen einfachen Felsen zu sehen, bevor er darunter eine große Ansammlung von Amphoren entdeckte.
Der Fund wurde anschließend vom „Nucleo Carabinieri Tutela Patrimonio Culturale“, der „Soprintendenza del Mare“ der Region Sizilien und den Unterwassereinheiten der Carabinieri mithilfe von Überwachungsgeräten und Unterwasserkameras dokumentiert.
Eine besonders interessante Fundstelle für das Verständnis des Handels mit Nordafrika
Die Lage des Schiffswracks verleiht dieser Entdeckung für Tunesien eine besondere Bedeutung. Mazara del Vallo liegt im Westen Siziliens, gegenüber dem Kanal von Sizilien. An seiner engsten Stelle beträgt die Entfernung zwischen der Region Mazara und dem Cap Bon etwa 144 Kilometer.
Diese geografische Nähe spiegelte bereits in der Antike eine wirtschaftliche Realität wider. Sizilien bildete einen Knotenpunkt zwischen Italien, Nordafrika und den anderen Regionen des Mittelmeerraums. Die gefundenen Amphoren könnten es den Archäologen nun ermöglichen, die Handelsrouten nachzuvollziehen, die die Schiffe vor mehr als zwei Jahrtausenden zurücklegten.
Noch interessanter ist, dass erste Analysen neben den Dressel-1A-Amphoren auch das Vorhandensein verschiedener anderer Amphorentypen belegen, darunter Lamboglia-2-Modelle und eine Amphore neo-punischen Ursprungs. Diese Vielfalt könnte auf Handelsnetzwerke hindeuten, die weit über Sizilien hinausreichten und verschiedene Regionen des Mittelmeerraums umfassten.
Ein Schiffswrack, das noch weitere Geheimnisse preisgeben könnte
Der italienische Kulturminister Alessandro Giuli bezeichnete den Fund als eine der bedeutendsten archäologischen Unterwasserentdeckungen der letzten Jahre in Italien. Er betonte, dass das Schiffswrack Einblicke in die Menschen, die Seewege und den Handel gewähre, die das Mittelmeer zu einem wahren Kreuzungspunkt der Zivilisationen machten.
Die Untersuchungen stehen jedoch erst am Anfang. Die „Soprintendenza del Mare“ muss weitere Dokumentations- und Untersuchungsmaßnahmen durchführen, um die Geschichte des Schiffes, die Herkunft seiner Ladung, sein Ziel sowie den Erhaltungszustand der Überreste genau zu bestimmen.
Dieser Fund erinnert vor allem daran, dass die Straße von Sizilien, heute ein Meeresgebiet, das Tunesien von Italien trennt, bereits vor mehr als 2.000 Jahren eine wichtige Verkehrsachse war. Und unter ihren Gewässern könnten sich noch zahlreiche Zeugnisse der Handelsbeziehungen befinden, die die beiden Ufer des Mittelmeers verbanden.
Zusammenfassung (KI)
Vor der Küste Siziliens wurde im August 2026 ein spektakulärer archäologischer Fund gemacht: Spezialtaucher der italienischen Polizei entdeckten ein rund 2.100 Jahre altes römisches Schiffswrack, das mit Hunderten intakter Weinamphoren beladen ist. Italiens Kulturminister Alessandro Giuli bezeichnete die Entdeckung als eine der bedeutendsten unterwasserarchäologischen Entdeckungen der letzten Jahre.
Details zum Sensationsfund
- Ort: Rund fünf Kilometer vor der Westküste Siziliens, nahe der Stadt Mazara del Vallo.
- Tiefe: Das Wrack liegt in einer Tiefe von etwa 46 Metern auf sandigem Meeresgrund.
- Entdecker: Zwei lokale Apnoetaucher (Giacomo De Mola und Igor Bisulli) entdeckten das Feld zufällig und meldeten es vorbildlich den Behörden. Die “Kunstpolizei” der Carabinieri übernahm daraufhin die Sicherung.
- Ausmaße: Das antike Handelsschiff ist etwa 21 Meter lang und sechs Meter breit. Es liegt noch immer nahezu perfekt in seiner ursprünglichen “Fahrtstellung” auf dem Meeresboden.
Die Fracht und Ausrüstung
- Amphoren-Typ: Die Ladung besteht aus schätzungsweise 500 Amphoren des Typs „Dressel 1A“ und Lamboglia 2.
- Inhalt: Diese schlanke, zylindrische Gefäßform wurde in der späten Römischen Republik (2. bis 1. Jahrhundert v. Chr.) primär für den massenhaften Transport von Wein genutzt.
- Zusatzfunde: Neben den weitgehend unbeschädigten Tonkrügen stießen die Forscher auf zwei schwere Bleianker sowie ein Bleirohr, die zur technischen Ausrüstung des Schiffes gehörten.
Historische Bedeutung
Der Fund ist für Historiker deshalb so wertvoll, weil die Ladung über zwei Jahrtausende hinweg fast vollständig unberührt blieb. Mithilfe moderner dreidimensionaler Digitalvermessung rekonstruieren Archäologen nun die exakte Struktur. Das Wrack liefert einzigartige Daten über die antiken Handelsrouten der Römer im Mittelmeer, bei denen Sizilien als zentraler logistischer Knotenpunkt zwischen Europa und Nordafrika fungierte.
Titelbild (Mit ChatGPT optimiert): „Nucleo Carabinieri Tutela Patrimonio Culturale“, der „Soprintendenza del Mare“
Quelle(n): Webdo.tn

